Frühjahrstreffen München 2015

Auffahrtstreffen in München – “Incontro Maserati a Monaco di Baviera”

 

Donnerstag, 14. Mai 2015

thumb_1157Bei schönstem Wetter konnten die Teilnehmer aus der Schweiz losfahren. Bereits vor Memmingen verdichteten sich jedoch die Wolken und kurze Zeit später fielen die ersten Tropfen. Wir machten unsere Mittagspause am Ammersee. Jetzt war es nur noch ein kurzes Stück zum Hotel Schloss Berg, in Berg, direkt am Starnberger See. Dort standen bereits zahlreiche Maseratis auf dem reservierten Parkplatz und wir wurden von unseren deutschen und einigen österreichischen Kollegen sehr herzlich empfangen.

Zum Apéro machten wir eine Bootsfahrt auf dem Starnberger See. Eine kundige Führerin erläuterte uns viel Spannendes und Wissenswertes über das 5-Seen-Land und seine königliche Historie und wir konnten unsere Blicke über beeindruckende Gebäude schweifen lassen. Zum Nachtessen kehrten wir ins Hotel zurück.

Freitag, 15. Mai 2015

thumb_2001Am Morgen erfolgte der Bustransfer nach München. Nach wenigen Schritten erreichten wir die Bank Vontobel. Ein Mitglied der Geschäftsleitung begrüsste die Maseratisti. Dann spannte ein Bankanalyst in seinem Referat über die Aktie Fiat Chrysler Automobiles gekonnt den Bogen zu Maserati. Ein Vertreter von Maserati Deutschland richtete auch ein paar Grussworte an die Anwesenden. Im anschliessenden spannenden Referat über die – auch von Maserati verwendeten – ZF-Getriebe beleuchtete der Referent eloquent die Gemeinsamkeiten der beiden Unternehmen: Tradition, Emotionen und Begeisterung für technische Details, und das seit 100 Jahren! Trotz aufgespannten Regenschirmen genossen wir anschliessend eine wirklich interessante Altstadtführung unter dem Motto „München & Bier“ und beim typischen Mittagstisch im Restaurant Franziskaner konnten wir das soeben erlernte Wissen in die Praxis umsetzen.

thumb_1993Am Nachmittag erfolgte für die eine Gruppe der Bustransfer zum Flugplatz Oberschleissheim. Dort angekommen, erfolgten die Rundflüge mit der JU-52 in zwei Etappen. Das schlechte Wetter konnte der Begeisterung keinen Abbruch tun, denn die geringe Flughöhe und die tiefe Geschwindigkeit erlaubten eine atemberaubende Sicht auf die Landschaft und andere Sehens-würdigkeiten. Einige Teilnehmer nahmen die Gelegenheit gerne wahr, einen Blick ins nostalgische Cockpit zu werfen.
Die zweite Gruppe verbrachte den Nachmittag in München mit Shopping. So trafen sich alle glücklich wieder zum gemeinsamen Nachtessen, die einen mit unvergesslichen Eindrücken aus der Luft, die anderen mit ihren Einkäufen. In der Schlossgaststätte Leutstetten in Starnberg konnten wir wieder die leckere lokale Küche geniessen. Hier begegneten wir auch der ersten Hochzeits-gesellschaft. Weitere sollten noch folgen… Nach der Rückfahrt zum Hotel Schloss Berg traf man sich zum Ausklang an der Hotelbar.

Samstag, 16. Mai 2015

thumb_1161Gentlemen, start your engines! Der Samstag stand im Zeichen der Ausfahrt mit dem Roadbook. Und Petrus hatte ein Einsehen und schickte sogar etwas Sonne raus. Die Fahrt führte ins bayerische Oberland zum Kloster Benediktbeuern. Hier durften wir die Maseratis im Innenhof des Klosters parkieren, wo sie von einer Hochzeitsgesellschaft ausgiebig bewundert wurden. Pater Johnannes Neuner führte uns durch das Kloster und gab mit engagierten und launigen Worten geschichtliche Erklärungen zu den Kunstwerken. Er schaffte es sogar, eine Verbindung zur Marke mit dem Dreizack herzustellen! Die Führung endete noch rechtzeitig für das traditionelle Weisswurstfrühstück. Wir haben gelernt: Gegessen wird die Weisswurst nur am Vormittag, denn das 12 Uhr-Läuten darf sie nicht hören, die Frische könnte darunter leiden. Zumindest war das früher so, denn die Weißwurst wurde als rohes Brät im Darm verkauft, ungebrüht und ohne Kühlung. So verdarb die Weißwurst schnell. Diese alte Tradition hat man (trotz Kühlschrank) beibehalten.

Um 11.50 Uhr mahnte Pater Neuner zum Aufbruch, damit das Brautpaar ungehindert zur Trauung schreiten konnte. Nachdem man sich auf eine Ausfahrtrichtung geeinigt hatte, verliessen die Maseratis die historischen Gemäuer. Die Fahrt führte über eine kurvenreiche Strecke den Berg hinauf zur Herzogstandbahn am Walchensee. Bei der Talstation durften die Maseratis auf einem reservierten Parkplatz abgestellt werden. Mit der kleinen Gondelbahn ging es grüppchenweise den Berg hinauf und nach einem kurzen Fussmarsch erreichten wir das Bergrestaurant, wo wir uns einen Kaiserschmarren schmecken liessen. Wolkenfelder verhinderten leider die mögliche Sicht bis nach Italien. Zum ersten Mal begleitet von herrlichem Sonnenschein führte die Weiterfahrt durch eine reizvolle Gegend, ins Tegernseer Tal. Unterwegs begegneten wir anderen Teilnehmern, dem Roadbook sei Dank, die nicht immer in die gleiche Richtung fuhren. Bei der Ankunft im wunderbar erhöht gelegenen Hotel „Das Tegernsee“ herrschte fantastisches Sommerwetter! Bei einem Apéro mit Häppchen genossen wir das herrliche Wetter und die unglaubliche Aussicht auf den See. thumb_2090Dem exotischen Prototypen wurde erlaubt, direkt neben der Lounge zu parkieren. Auch hier begegneten wir einem Brautpaar. Offensichtlich hatten sich am 15.5.2015 einige Paare mehr „getraut“.

Am Abend konnte der Apéro in gemütlicher Atmosphäre unter freiem Himmel genossen werden. Für das Galadinner war die Bauernstube reserviert worden. Zwischen zwei Gängen bedankte sich Walter beim Präsidenten des DMC, Manfred Just, für die Einladung und übergab ihm einen süssen Gruss aus der Schweiz. Während dem Essen durften wir zwei Mal die humorvolle Unterhaltung der „Harmunichs“ geniessen: Sie haben Hits in englischer Sprache „a cappella“ vorgetragen und gaben subtilen Humor in „bairischer“ Sprache zum Besten.

Sonntag, 17. Mai 2015

thumb_1187Wegen den Aufbauarbeiten für das bevorstehende Konzert von Bon Jovi im Olympiastadion musste der Besuch des Stadions mit Zeltdach-Tour abgesagt werden. Unsere deutschen Kollegen zeigten Improvisationstalent und organisierten kurzfristig eine Tour durch München, inkl. Roadbook! Die Fahrt führte an zahlreichen Sehenswürdigkeiten vorbei: Friedensengel am Europaplatz, Maximilianeum, Bayerische Staatsoper, Staatskanzlei, Karolinen- und Königsplatz. Unterwegs machten wir einen Fotostopp. Anschliessend fuhren wir zum Ziel der sonntäglichen Tour, dem Schloss Nymphenburg. Wir Schweizer staunten über die zahlreichen kostenlosen Parkplätze. Für uns Maseratisti wurde eine private Führung durch einen Kunsthistoriker organisiert. Seine Begeisterung für die Geschichte war sprichwörtlich und ansteckend. Wir lauschten gespannt seinen Ausführungen. Zum Abschluss traf man sich ein letztes Mal in einem in der Nähe gelegenen Restaurant zum Lunch. Dann traten die Teams ihre individuelle Rückreise an.

Fazit: Trotz mehrheitlich schlechtem Wetter hat sich die Fahrt nach München gelohnt! Kompliment an unsere deutschen Kollegen: Der Anlass war tipptopp organisiert!

Walter Keller & Gilbert Schmid

techno Classica 2015

DMC auf der Techno Classica Essen 2015

technoclassica-2015-1Es wurden in den Jahren 2013, 2014 und 2015 rare und wertvolle Exponate ausgestellt. In diesem Jahr herrschte ein starker Andrang der Besucher auf unserem Stand um den sensationellen 1964 Maserati Tipo 151-Rennwagen zu sehen.

 

Nachfolgend sehen Sie die Fahrzeuge mit einer kurzen Legende. 2016 werden wir verschiedene Epochen, Oldtimer, Youngtimer und aktuelle Modelle unserer Mitglieder präsentieren.

 

technoclassica-2015-2Der weiße A6GCS Pininfarina aus dem Jahr 1954, eines von nur 4 gebauten Fahrzeugen dieses Typs, neben einem blauen Ghibli I und einem Mexico Coupe, beide aus den 60iger Jahren. Der A6GCS hat heute einen Wert von ca. Euro 8 Millionen. Das Model hatte ab 1953 Rennerfolge, wie die Targa Florio mit dem Team Mantovani/Fangio – zweiter hinter Lancia. Von 1966 bis 1973 wurde der Mexico als Gran Turismo mit V8-Motoren von 4,2 Liter, 4,7 Liter und 4,9 Liter gebaut. Ein Einzelstück erhielt den 3,7 Liter Sechzylinder des Mistrals. Insgesamt wurden 482 Stück erstellt.

 

technoclassica-2015-3Im Vordergrund ein sehr gut restaurierter Maserati 3500 GT Touring in weiß aus dem Jahr 1962. Der 3.500 GT wurde 1957 als 2+2-sitziger Gran Turismo in zwei verschiedenen Karosserieversionen auf dem Genfer Autosalon vorgestellt. Die Karosse von Allemano entsprach dem potentiellen Kunden weniger, als die, der Carrozzeria Touring aus Mailand. Dessen Karosserielayout ähnelte dem des Ford Thunderbird und dem des Aston Martin DB 4. Mit diesem Modell begann bei Maserati die serienmäßige Herstellung von Straßensportwagen, die Modelle davor waren mehr oder weniger wettbewerbstaugliche Einzelstücke.

 

technoclassica-2015-4Der rote 300 S aus dem Jahr 1955 mit einem Wert von ca. Euro 10 Millionen ist das teuerste Auto das der Deutsche Maserati Club je in Essen gezeigt hat.

 

Daneben einer der sehr seltenen und gesuchten 3500 GT Spyder Vignale aus dem Jahr 1964. Ausgestattet mit dem 3,5 Liter Sechszy- linder-Reihenmotor brachte das Fahrzeug bis zu 235 PS auf die Bremse und erreichte Höchstgeschwindigkeiten bis zu 245 km/h. Mit einem Fahrzeug-Gesamtwert von Euro 11,2 Millionen war dies die wertvollste Ausstellung des Deutschen Maserati Club überhaupt.

 

Der Tipo 151, eine Leihgabe aus England für den Deutschen Maserati Club e.V. Dieser Rennwagen wurde von Giulio Alfieri für den Einsatz beim 24-Stunden-Rennen von Le Mans konstruiert. Obwohl Maserati bei Vormodellen bereits mit Mittelmotoren arbeitete, wurde beim Tipo 151 ein 8-Zylinder- Frontmotor mit 4 Liter, 5 Liter und 5,1 Liter Hubraum eingebaut. Das Leistungsspektrum reichte von 360 PS bis 450 PS.

Int. Maserati Treffen Montreux/Schweiz

maseratitreffen-montreux-1Vom 19. bis zum 22. September hatten wir das Vergnügen, an der internationalen Maserati Rallye 2013 in der schönen Westschweiz teilzunehmen. Peter Straub, Carlotta Pfenninger und Team empfingen uns weitere 76 Teams am Donnerstagnachmittag im herrschaftlichen Hotel Montreux Palace, sehr angenehme Zimmer wurden bezogen und in der großen Tiefgarage war für nummerierte Plätze gesorgt. Natürlich war die Schweiz mit 28 Fahrzeugen am meisten vertreten, gefolgt von 13 Teams aus Deutschland. Doch nicht nur aus Europa sondern auch aus Dubai war ein Team vor Ort. Um 19.00 Uhr gab es die allgemeine Begrüßung und ein Briefing durch Peter und den Apero im La Coupole, gefolgt vom Dinner mit Blick auf den See.

maseratitreffen-montreux-4Am nächsten Morgen fuhren wir nach Roadbook die 110 km über das Lavaux und die La Côte-Weinregion über den Col de la Givrine durch das Valée de Joux bis Les Brassus und genossen die hervorragende Führung durch die edle Uhrenmanufaktur Blancpain, gefolgt von einem Lunch mit Flying Buffet und vielen kleinen Köstlichkeiten im Hotel der Uhrmacher. Auf der Rückfahrt machten wir einen Kaffeestop in Romainmotier und besuchten die Clunesienser Klosterabtei dortselbst. Danach ging es über die Waadtländer Hügel wieder zurück nach Montreux. Nach der frühen Ankunft zurück im Palace war Zeit, die Pools und SPA Anlagen zu besuchen, bis uns der Bus zum Schloss Chillon entführte zu einem kräftigen Dinner im Rittersaal mit guten lokalen Weinen. Peter Straub ließ den Tag Revue passieren und die anwesenden Clubpräsidenten machten ihre Aufwartung und überbrachten Grüße und Geschenke.

maseratitreffen-montreux-2Am Samstagmorgen rief der Berg und wir genossen bei strahlendem Sonnenschein den steilen und sehr kurvenreichen Anstieg via das Rhônetal hinauf über Corbeyrier zur Sonderprüfung zum Lac de l’Hongrin und auf den Col des Mosses. Am Mexico von DMC-Mitglied Timo Grünewalder wechselte das effiziente Maserati-Serviceteam um Marco Perdicchia in Peter Straub’s Maserati Quattroporte „Bellagio # 00“ mal eben den Keilriemen zur Lichtmaschine – das hat man natürlich dabei in der passenden Größe – und dann ging es auch schon in die Gleichmäßigkeitsprüfung, bei der der Durchschnitt mit geheimen Zeitkontrollen gecheckt wurde.

maseratitreffen-montreux-3Nach dem wieder einmal deliziösen Lunch fuhren wir durch die wunderbare Berglandschaft zurück nach Aigle und dann nach Montreux auf den Place du Marché zum Concours d’Elégance. 90 Maserati, die Hälfte modern, die andere Hälfte klassisch, schimmerten in der warmen Nach- mittagssonne, ein eindrucksvolles Bild, auch für das zahlreich flanierende Publikum. Ermanno Cozza und Fabio Collina von Maserati Classiche waren aus Modena angereist und bewerteten die Autos, darunter ein 200S Rennwagen sowie je ein Tipo 26 und 4CM, mit fachkundigem Auge.

maseratitreffen-montreux-5Zum festlichen Dinner versammelten wir uns im spektakulären großen Saal dieses außergewöhnlichen, eleganten fin de siecle-Hotels. Zahlreiche Preise wurden vergeben, die deutsche Fraktion war besonders in der Sonderprüfung erfolgreich, die Timo Grünewälder in seinem blauen Mexico gewann.

maseratitreffen-montreux-6Mit dem Frühstück am nächsten Morgen endeten die schönen Tage am Genfer See mit vielen neuen Bekanntschaften und tollem Maserati-Fahren in spektakulärer Berglandschaft. Peter Straub und seinen Mitstreitern sei für die hervorragende Planung und Organisation dieses Treffens gedankt – das Treffen im nächsten Jahr zum einhundertjährigen Jubiläum in Modena wurde von Maserati Mitarbeiterin Ardita Pandya angekündigt und natürlich werden wir dort sein – denn wann wird man schon zu einem hundertsten eingeladen?!

Dr. Rolf Versen

Int. Maserati Treffen Modena/Turin

CENNTENIAL JUBILEE – Modena/Turin, Italien

maseratitreffen-turin-1Die alte Dame Maserati wird 100! Und am meisten erschrocken darüber war – Maserati selbst! Beim Internationalen Treffen 2013 in der Schweiz gab es eine klitzekleine Ankündigung über das von Maserati ausgerichtete Internationale Treffen in Italien anlässlich des Jubiläums, allerdings ohne auch nur irgendwelche Details zu nennen. Die internationale Maserati-Gemeinde wartete also gespannt auf die Dinge, die da kommen sollten und wollten – und wartete und wartete und wartete weiter, bis dann endlich im Mai (!) Anmeldeformulare aus Modena dem Maserati-Universum präsentiert wurden, die mehrere sogenannte „Packages“, also Buchungsvarianten, beinhalteten!

Der Schock folgte prompt: Das 2-tägige Treffen im Vollprogramm sollte nicht weniger als 9.000 Euro für 2 Personen kosten! Die Anreise mit allen anfallenden Kosten musste da natürlich noch zusätzlich addiert werden, ganz zu schweigen von dem Umstand, dass Teilnehmer am Concours d’Elegance in Turin noch zusätzlich 85 Euro Teilnahmegebühr bezahlen sollten …

Die Antwort war eindeutig: Flüche und Verwünschungen in Richtung Ita- lien von überall her! Ooops sagte man dann in Modena und „Scusi – wir haben uns verrechnet. Es sind nur 4.500 Euro für 2 Personen und für 2 Tage!“

maseratitreffen-turin-2Erneut Flüche und Verwünschungen nach Italien waren die Folge. Dann erneut eine Preisreduzierung auf 3.800 Euro für 2 Personen im teuersten Paket. Immer noch ein gesalzener Preis für eine Veranstaltung von zwei Tagen!
Hatten sich z.B. vom englischen Club 83 Mitglieder vor der Veröffentlichung der Kosten und des Programms angemeldet, so blieben dann danach nur noch 22 Teilnehmer übrig die sich auf den Weg nach Bella Italia machten. Kommentar eines beteiligten Engländers: „Die Hinfahrt nach Italien und die Rückfahrt aus Italien waren das Schönste bei dieser Veranstaltung …!“

Das angebotene Programm war nett, aber nicht wirklich berauschend, geschweige denn gut. Mag ja ein sogenanntes „Walking Dinner“ unter den angehaltenen Montagebändern im Werk in Modena noch irgend- wie originell und stimmig gewesen sein, so war das Fahren im Stoßverkehr über längere Strecken auf italienischen Autobahnen nicht lustig.

Doch es gab auch einige schöne Momente. Ein Teilnehmer hatte sich mit seinem roten Sebring wohl irgendwie in Modena verfahren. Dieser wurde dann mit Vollgas (!) von einem italienischen Motorradpolizisten quer durch die Innenstadt unter Nichtbeachtung aller roten Ampeln wie- der zur automobilen Herde zurückgeleitet. Das gibt’s nur in Italien …!

Aber auch der Tag auf der Rennstrecke von San Martino del Lago war nicht das, was sich die Maserati-Gemeinde so vorgestellt hatte. Hier war nur begleitetes Fahren angesagt.

Am Samstag erfolgte dann der Besuch der neuen Produktionshallen von Grugliasco nahe Turin, dem ehemaligen Pininfarina-Standort. Man kann verstehen, dass man bei Maserati sehr stolz auf dieses Werk ist, das nach der vollkommenen Renovierung zu den modernsten Produktionsstandorten überhaupt zählt. Nur ist dies Grund genug bei einer inter- nationalen Jubelfeier diesen Produktionsstandort als zentrales Highlight anzubieten?

Das Gala- Dinner wurde – einem Gala- Dinner entsprechend – mit Wunsch nach Abendgarderobe angekündigt und sah Sergio Machionne, den obersten FIAT Capo-di-Capi, den totalen Kong der italienischen Automobilindustrie, in seinem zu seinem Büromarkenzeichen gewordenen grauen Pullover! Guter Stil ist anders …!

Auch Harald Wester, Häuptling von Maserati und Alfa Romeo, war zugegen und sich nicht zu schade zum Besitzer eines 60er-Jahre-Maserati zu sagen „Wissen Sie, ich mag die alten Maseratis, nicht. Sie sind zwar schön zum Anschauen, fahren sich aber sehr unkomfortabel!“ Und das aus dem Mund vom Maserati-Boss zu jemandem, der mit seinem Sebring durch halb Europa gefahren ist und viel Geld bezahlt hat, um in Modena dabei zu sein…! Herr Wester kapiert einfach nicht, dass jeder klassische Wagen mit dem Dreizack ein Sympathieträger und somit Botschafter für sein Unternehmen ist. Man kann so eine Äußerung vielleicht denken – aber nicht sagen und erst recht nicht bei so einem Anlass! Der Mann scheint wirklich zu erwarten, dass ein alter Ghibli aus 1969 so fahren sollte wie heute ein Ghibli II.

Schön, dass seine Konkurrenten von Jaguar, Aston Martin, Mercedes, BMW und Porsche das Ganze anders sehen – und damit Erfolg haben!
So schrieb dann ein amerikanischer Besitzer mehrerer klassischer Maserati auf einem Internet-Forum: „Es wurde sehr deutlich, dass diese Veranstaltung für die internationale Presse und nicht für Maserati-Besitzer organisiert wurde. Besitzer, die mit ihren Autos angereist waren, stellten diese dem Werk quasi zur „Unterhaltung“ für die Presse zur Verfügung – auf Kosten der Eigentümer! Diejenigen von uns, die ohne ein Auto an der Veranstaltung teilnahmen, waren völlig nutzlos für Maserati und fühlten sich als lästig behandelt.

maseratitreffen-turin-3Wir waren eine Gruppe von 24 Personen und waren zehn Tage auf einer Tour durch Norditalien vor der Veranstaltung in Modena. (…) Ich hatte gehofft, die Hundertjahrfeier würde sich zum Besseren wenden, aber ich war eigentlich mental auf das, was dann in der Realität passierte, vorbereitet. Wäre ich aus den USA angereist, nur um diese Veranstaltung zu besuchen, wäre ich sehr enttäuscht gewesen. (…). Es ist traurig zu sagen, aber ich bin jetzt viel eher geneigt, das neue Jaguar F-Typ-Coupé zu kaufen.“ Ein anderer Teilnehmer wurde mir gegenüber noch deutlicher: „Es war eine reine Maserati-Marketingveranstaltung … mit uns als dummen Statisten!“ Ein anderer Teilnehmer aus Italien schrieb in dem gleichen Forum: „Wenn wir an einer Veranstaltung wie einem Rennen, einem Concours oder einfach nur an einer von (Maserati-)Enthusiasten organisierten Tour teilnehmen, dann gibt es kein Problem, eine angemessene (Nenn-)Gebühr zu zahlen.
Aber wenn das Ereignis ein besonderes Ereignis ist, wie dies eines war, direkt vom Werk organisiert, um sein hundertjähriges Bestehen vor der ganzen Welt zu feiern, dann sind die Dinge anders, ganz anders, und Maserati (Fiat) ist nicht in der Lage, diesen entscheidenden Punkt zu ver- stehen! Ich kenne die Einstellung der Fiat-Männer, und ich kenne auch sehr gut ihre arrogante Art zu denken …!“

Maserati S.p.A. hat es also versemmelt – mal wieder…! Dabei gibt es nur wenige Automobilfirmen, die dieses Jubiläum feiern könnten. Und diese Mitbewerber würden so eine einmalige Gelegenheit nutzen. Man ist halt, mit wenigen Ausnahmen, in Modena nicht in der Lage, den wirklichen Stellenwert der Marke und seiner Geschichte zu begreifen. Unter diesem Gesichtspunkt sind offizielle lobhudelnde Stellungnahmen irgendwie nicht mehr glaubhaft und deshalb reines Blabla! So tat sich Maserati ja schon schwer, ein Engagement auf der Techno Classica zu präsentieren. Es ist klar, dass man in Modena nicht das Geld hat, dort so einen spektakulären Auftritt wie Mercedes bzw. BMW hinzulegen. Was man in Italien aber nicht versteht, ist die Tatsache, dass auch diese Auto- firmen mit sehr spitzem Bleistift kalkulieren und dies auch müssen und trotzdem einen Sinn für ihr Engagement sehen – und das weltweit. Die wirklich stillose Äußerung von Herrn Wester beweist, dass Maserati mit den alten Autos bis heute nicht den Schatz entdeckt hat (oder ihn nicht entdecken will?), der da immer noch brach vor der Haustür liegt. Das hat auch etwas mit Ignoranz zu tun.
Um die Veranstaltung herum trafen sich zahlreiche Freunde der Marke, Teilnehmer oder nicht, ob mit oder ohne eigenes Auto, in den Hotels, Restaurants und Trattorien der Umgebung in Modena, um sich über ihre Autos auszutauschen. Das war vielleicht genau das was, den Maserati-Geist wirklich ausmacht. Nach der offiziellen Veranstaltung, die ja eigentlich der Höhepunkt des Maserati-Jubeljahrs sein sollte, machte sich überall Enttäuschung breit. Diese gipfelte dann in der treffenden Bemerkung eines angereisten Amerikaners: „They could have touched the stars but instead chose to climb a small hill!“ Dem ist nichts hinzuzufügen …

Khamsin Quaranta 2012

40 Jahre Maserati Khamsin, 14.-17. Juni 2012.

khamsin-quaranta-1Alle Maseratis sind besondere Fahrzeuge, aber der Khamsin ist unter den besonderen der ganz besondere, hat er doch einige Technologien, die keinesfalls italienischen Ursprungs sind, sondern aus Frankreich stammen. In den Jahren, in denen der Khamsin entstand, war Citroën Eigentümer von Maserati. Und die Ingenieure von Maserati bedienten sich gerne aus dem großen Repertoires, der Hydrauliken bei Mutter Citroën.

So entstand ein technisch sehr ungewöhnliches GT-Fahrzeug, das sich heutzutage, wie einem kürzlich veröffentlichten Test zu entnehmen war, für die modernen Tester wie ein modernes Fahrzeug fährt und keinesfalls, wie es vor 40 Jahren der Fall war, durch zu leichte Lenkung und überstarke Bremsen den Tester verwirrte, der es in den frühen Siebzigern gewohnt war, dass sich ein GT wie ein Truck fuhr, bei dem man Oberarme wie Popeye und Waden wie Schwarzenegger brauchen konnte.

Dazu kommt ein Karosseriedesign, das, von Designmaestro Marcello Gandini entworfen, so ziemlich alles auf den Kopf stellte, was man derzeit gewohnt war. Eine kantige Keilform, ein Heckabschluss aus Glas und, für mich besonders wichtig, nicht die damals typisch italienische Sitzposition eines Äffchens am Lenkrad, sondern genug Platz für einen Mann von 1,90 m.

Unter der Haube brummt der bewährte 4,9-l-Motor, das ZF-Fünfganggetriebe schaltet sich wie Butter, die Kupplung kann auch eine zarte Frau bedienen und die Lenkung ist, wenn man sich einmal an Direktheit und automatische Rückstellung gewöhnt hat, ein Traum und führt zu einer außergewöhnlichen Langstreckentauglichkeit des Fahrzeugs, das außerdem auch bei hohen Geschwindigkeiten kaum Windgeräusche hat. So muss ein echter Gran Tourismo laufen. Der geneigte Leser sieht, ich schätze mein Fahrzeug ganz außerordentlich, und so war es Pflicht und Freude, dem Ruf Marc Sonnerys zu folgen und die Fahrt in das schöne Burgund anzutreten.

Marc Sonnery ist ein Journalist, der sich mit dem Modell Khamsin und ganz allgemein der Marke Maserati besonders intensiv befasst hat und auskennt. Derzeit schreibt er an einem Buch über Maserati – die Citroën-Jahre. Das Buch soll noch in diesem Jahr erscheinen. Er hatte die Idee, 40 Jahre Khamsin gebührend zu feiern und organisierte mit seinem englischen Partner Doug Blair das Fest, zu dem immerhin 27 Fahrzeuge aus ganz Europa erschienen sind. Die Deutschen Khamsinista erschienen zahl- reich und so fanden sich El Presidente Reiner Seume mit #328, Gerhard Arlt mit #46, Hartmut Arens mit seinem sehr frühen #014, Timo Grünewalder in seiner Neuerwerbung #058 und Rolf Schiemenz in seinem #394, sowie Ihr Autor Rolf Versen im schwarzen #404 zum Treffen ein. Mark Evert war mit seinem #104 angemeldet, musste aber stattdessen mit dem Ghibli anreisen, da der Khamsin leider nicht rechtzeitig fertig war.

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Der Prototyp, frisch restauriert, wird enthüllt.

Am Donnerstagnachmittag kamen wir im Chateau Gilly, in Vougeot im Burgund, an und mit uns viele andere, so dass am Abend schon 20 Fahrzeuge vor dem Schloss auf dem Parkplatz standen und der Blick aus unserem Zimmer auf eine attraktive Reihe von Khamsin-Hinterteilen fiel. Die noch fehlenden zehn Autos wurden im Laufe des nächsten Tages erwartet und am Abend gab es eine der Örtlichkeit angemessene Champagnerparty zur Begrüßung mit Speeches, Häppchen und dann ein köstliches Abendessen.

Am nächsten Morgen nach dem Frühstück begann die gemeinsame Ausfahrt durch das Burgund und auf wunderschön geschwungenen kleinen Sträßchen erreichten wir zu Mittag das Kloster Fontenay, in dem es zuerst eine kompetente Führung gab, und danach einen Lunch im Park unter Hunderte von Jahren alten Bäumen. Eine magische Umgebung. Nach dem Essen fuhren wir weiter durch diese liebliche Landschaft bei herrlichstem Sonnenschein.

Wenn man schon mal im Burgund ist, ist natürlich ein Besuch bei Pommard Pflicht. Nachdem alle die Fahrzeuge auf dem gepflasterten Innenhof malerisch gruppiert hatten, gab es eine Führung durch die Weinkeller, eine Weinprobe und die Möglichkeit einzukaufen. Auch die Kunstab- teilung mit teilweise überlebensgroßen Figuren von Salvador Dali ist bemerkenswert. Alles was hier steht, kann man käuflich erwerben. Bei der Rückkehr ins Chateau Gilly waren mittlerweile die noch ausstehenden Teilnehmer angekommen und es präsentierte sich ein herrliches Feld von 27 Fahrzeugen.
Jetzt war Zeit für eine Ruhepause und dann ging es mit dem Bus nach Beaune. Im Innenhof des Hospizes stand ein Fahrzeug unter einer Abdeckung. Aber zuerst erhielten wir eine eindrucksvolle Führung durch das perfekt restaurierte Hospiz, das ursprünglich ein Krankenhaus für die einfachen Bürger war, die sich nicht leisten konnten, aus eigener Tasche eine ärztliche Behandlung zu bezahlen. Zurück im Innenhof wurde das geheimnisvolle Fahrzeug nach der Begrüßung durch Marc von ihm und Marcello Gandini aufgedeckt. Es war der Khamsin Nummer „Uno“, der Prototyp! Frisch restauriert aus Holland gerade angekommen war er umringt von interessierten Khamsinista. Jeder wollte ein Blick auf den Ur-Khamsin werfen, der tatsächlich sowohl innen als auch außen in vielen Details deutliche Unterschiede zum Serienfahrzeug aufweist.

Ein sensationelles Auto

Ein sensationelles Auto

Nachdem wir bereits durch die hervorragenden Häppchen gesättigt gewesen waren, ging es dennoch in den ersten Stock des Hospizes, wo uns in einem Speisesaal ein ausgiebiges Dinner erwartete. Total verwöhnt und von den köstlichen Weinen der Region angenehm beschwippst, tra- ten wir die Heimreise an und fielen erschöpft ins weiche Bett. Der Sams- tag begrüßte uns wiederum mit herrlichem Sonnenschein und nach dem Frühstück fuhr die Gruppe von den nunmehr 27 Autos zum Schloss von Savigny les Beaune. In diesem Schloss aus dem 13. Jahrhundert verkauft der Schlossherr nicht nur seinen bekannten Wein, sondern zeigt auch eine eindrucksvolle Sammlung von historischen Motorrädern, die wirklich einen Besuch wert ist.

Geht man einige 100 m weiter am Schloss entlang, kommt eine unglaub- liche Überraschung. In einem großen Park mitten zwischen den Weinbergen bietet sich eine breite, umfangreiche Sammlung von historischen Jagdflugzeugen. Vom ersten Düsenjäger nach dem Krieg bis zu aktuellen Modellen steht hier alles, was den Liebhaber von Kampfflugzeugen begeistern kann. Gegen Mittag waren wir zurück im Schloss Gilly und arrangierten unsere Autos nach den Wünschen von Marc und Doug im Park vor dem Haus. Extra aus Modena angereist kamen Fabio Collina und Ermanno Cozza zum Concours de Elegance und fungierten als Richter über 27 Khamsin …

Ermanno ist die Autorität was klassische Maseratis anbetrifft und der Historiker des Werkes, Fabio, ist sein Nachfolger und auf dem besten Wege, nicht minder kompetent zu sein. Die beiden gingen ans Werk und jedes Auto wurde intensiv untersucht und auf Originalität und Veränderungen untersucht, wobei jede Kleinigkeit notiert wurde. Es gab natürlich mehrere Auswahlkriterien, zum Beispiel die weitgehende Originalität oder die Perfektion der Restaurierung. Am Abend nach dem Dinner würden wir mehr wissen. Der Tag verging sehr entspannt mit guten Gesprächen, einem leichten Lunch und diversen leichten Getränken im Park des Schlosses. Marcello Gandini signierte so manches Fahrzeug an den verschiedensten Lokationen – manche bevorzugten das Glasheck, manche die Steppfutter auf den Innenkotflügeln oder den Luftfilter und andere Handschuhkastendeckel oder Sonnenblenden.

Für den Abend hatte Marc zum Galadinner in den großen Saal des Hotels geladen. Eva und ich hatten das Vergnügen, am Tisch mit Marcello Gandini, seiner Frau Claudia und seiner Tochter Marzia zu sitzen. Der Abend verging rasch mit angenehmen Gesprächen bei wie gewohnt köstlichem Essen und feinen Burgunder Weinen. Zwischen den Speisen wurden diverse Teilnehmer geehrt, zum Beispiel für umfangrei- che Hilfe bei den Vorbereitungen des Events oder für die beste Restaurierung eines Khamsins.

Wir hatten die Freude, den Preis für das am meisten originale Fahrzeug zu erhalten. #404 hat sich sichtlich gefreut, als ich ihr am nächsten Mor- gen den Preis auf die Kühlerhaube stellte und begeisterte uns daraufhin einmal mehr mit einer sehr angenehmen Heimfahrt, die wieder einmal bewies, was für ein hervorragender GT doch so ein Khamsin ist.

Khamsin Quaranta 2012 wird uns in bester Erinnerung bleiben und die nächste Reise ins Burgund ist schon geplant. Vielen Dank an Marc und Doug, die sich so viel Mühe gemacht haben, ein hervorragendes Event zu organisieren.

Rolf Versen

 

Quaranta Khamsin

 

  • 004 Khamsin gold/dark orange 008 Khamsin dark blue/tan
  • 014 Khamsin white/white 016 Khamsin grey/tan 058 Khamsin blue/tan
  • 066 Khamsin dark blue/brown 160 Khamsin dark blue/cream 180 Khamsin dark blue/brown 232 Khamsin green/tan
  • 234 Khamsin dark green/black 254 Khamsin silver/black
  • 270 Khamsin white black/?? 328 Khamsin silver/black
  • 338 Khamsin silver/black 341 Khamsin marrone/? 346 Khamsin black/brown 351 Khamsin Bordeaux/tan 380 Khamsin red/tan
  • 389 Khamsin red/black WWL 394 Khamsin dark blue/tan 404 Khamsin dark grey/black 409 Khamsin red/tan
  • 433 Khamsin silver/tan
  • 1030 Khamsin spider light blue/blue 1082 Khamsin silver/cream
  • 1298 Khamsin red/tan
  • ???? Khamsin red/cream